Familienbegleiter Sterntaler


Ehrenamtliche Unterstützung für schwerst- und unheilbar kranke Kinder, Jugendliche und deren Familien

Die Unterstützung unserer "Familienbegleiter Sterntaler" ist ganz auf die Bedürfnisse der betroffenen Familien abgestimmt. Sie tragen dazu bei, den Familien eine möglichst hohe Lebensqualität – auch in der letzten Lebenszeit der erkrankten Kinder – zu ermöglichen. Diese wichtige Arbeit stellt eine Ergänzung zur bestehenden professionellen ambulanten Pflege und Schmerztherapie der "Häuslichen Kinderkrankenpflege Sterntaler" dar.

Aufgaben der ehrenamtlichen Familienbegleiter

Als Ausgleich zu den professionellen Mitarbeitern  repräsentieren Ehrenamtliche  in gewisser Weise ein Stück Normalität  im interdisziplinären Team. Sie signalisieren, dass die Begleitung Kranker und Sterbender jeden etwas angehen sollte. Mit alltäglichen Themen bringen sich Ehrenamtliche wohltuend in den Alltag ein und bieten praktische und emotionale Entlastung.

Je nach individuellen Bedürfnissen der zu betreuenden Familien zählen z.B. folgende Tätigkeiten in den Arbeitsbereich eines ehrenamtlichen Helfers:

  • spielerische Angebote für erkrankte Kinder und Geschwisterkinder
  • Begleitung oder Entlastung durch Spaziergänge, Vorlesen, Ausflüge, Kinobesuche
  • Trauerbegleitung
  • Gesprächsangebote
  • Angebote bei den Hausaufgaben für die Geschwister
  • Elterncafe: Familienhelfer dienen hier als Ansprechpartner und gestalten regelmäßige Treffen in geschütztem Rahmen, die parallel zu Geschwisternachmittagen erfolgen können.
  • praktische Unterstützung im Haushalt der Familien
  • Ansprechpartner bei Events und Öffentlichkeitsarbeit

Unsere "Familienbegleiter Sterntaler" unterstützen die Arbeit der professionellen Pflegekräfte, stellen aber keinen Ersatz für die hauptamtlich Tätigen dar. Sie haben einen besonderen Platz im interdisziplinären Team mit Aufgaben und Rechten, beispielsweise der Orientierung an den Leitlinien der Hospizarbeit, der Einhaltung der Schweigepflicht und der Teilnahme an Supervisionen. Hingegen werden ihnen Entwicklungschancen durch Aus- und Weiterbildung angeboten.

Voraussetzung für die Mitarbeit ehrenamtlicher Familienbegleiter

Bei den Erstgesprächen mit ehrenamtlichen Familienbegleitern gilt es verschiedene Aspekte im Vorfeld abzuklären. Es ist zu besprechen, inwiefern interessierte Personen sich aufgrund spezifischer psychischer Dispositionen für eine Mitarbeit eignen. Menschen, die kürzlich den Verlust eines Angehörigen erlitten haben, wird aufgrund der Nähe des schmerzlichen Geschehens von einer Teilnahme abgeraten. Ihnen wird jedoch eine mögliche Mitarbeit zu einem späteren Zeitpunkt angeboten. Darüber hinaus ist es wichtig, die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen geplant und in regelmäßigen Abständen einsetzten zu können.
Der Einsatz sowie der zeitliche Umfang ehrenamtlicher Tätigkeit werden über das Büro des Kinderhospizes Sterntaler koordiniert.

Wie werde ich ehrenamtlicher Familienbegleiter

1. Einen Fragebogen können Interessierte hier erhalten, oder sich telefonisch an unser Büro wenden (Fragebogen).

2. Ein Infoabend ermöglicht die Vermittlung erster Informationen und dient dem Austausch individueller Fragen.

3. Ein Einzelgespräch mit der Koordinationskraft ermöglicht ein intensiveres Kennen lernen und der Darstellung der eigenen Motivation.

4. Qualifizierungskurs

Dieser erstreckt sich über acht Wochenenden innerhalb einen Jahres.
Die Gruppengröße umfasst etwa 12 Teilnehmer um einen persönlichen intensiven Austausch zu ermöglichen.
Für die Familienbegleiter entstehen derzeit keine Kosten. Eine Spende für das Kinderhospiz Sterntaler oder eine Mitgliedschaft im Förderverein Kinderhospiz Sterntaler e.V. sind willkommen.
Nach Absolvieren des Seminars erfolgt die Zertifizierung (das Curriculum orientiert sich inhaltlich und durch den Umfang am Standard des Bundesverbandes Kinderhospiz).
Mit den Familienbegleitern wird eine schriftliche Rahmenvereinbarung getroffen, die jederzeit von beiden Seiten beendet werden kann.

Der Qualifizierungskurs dient

  • der persönlichen Auseinandersetzung und der Vorbereitung auf die ehrenamtliche Tätigkeit
  • der Sensibilisierung für familiäre und eigene Bedürfnisse
  • dem Vermitteln von Hilfsangeboten
  • der Orientierung für diverse Einsatzbereiche
  • der Reflexion bezüglich eigener Ressourcen
  • dem Ausloten persönlicher Handlungsmöglichkeiten und individueller Grenzen

5. Hospitation

  • Der Qualifizierungskurs schließt mit einem Praktikum ab.

6. Fallsupervision

  • Ein Teamtreffen/ Fallsupervision der Familienbegleiter erfolgt in regelmäßigen Abständen und ist verpflichtend.

7. Koordination

  • Dem ehrenamtlichen Familienbegleiter steht eine Koordinationskraft als Ansprechpartner zur Verfügung. Zugleich dient der pflegerische Rufbereitschaftsdienst der Häuslichen Kinderkrankenpflege Sterntaler als weitere Absicherung.