Kinderhospiz-Sterntaler e.V.Kinderhospiz Sterntaler e. V., A 3.2, 68159 Mannheim, Telefon 0 621/1 56 86 85, info@kinderhospiz-sterntaler.de, www.kinderhospiz-sterntaler.de
In Deutschland erkranken jährlich weit über 22.000 Kinder an Krankheiten, die bis heute als unheilbar gelten. Allein im Rhein-Neckar-Raum sind es etwa 500 Kinder, die an einer lebensverkürzenden Krankheit leiden. Es handelt sich hierbei nicht nur um Krebserkrankungen, sondern auch um Stoffwechselkrankheiten, degenerative Erkrankungen, Gendefekte, Herzerkrankungen, neurologische Erkrankungen, u. v. m. Die Kinder und ihre Angehörigen benötigen während der oft viele Jahre andauernden Krankengeschichte, kompetente und verlässliche Unterstützung. Zumeist sind die Eltern eines lebensverkürzt erkrankten Kindes durch die permanente Verfügbarkeit physisch und psychisch vollkommen erschöpft.
Schwester Frances Dominica, Initiatorin des weltweit ersten Kinderhospizes, erkannte dies schon in den frühen 1980er Jahren und legte in Oxford den Grundstein für die europäische Kinderhospizarbeit. Noch heute bilden die psychosozialen und spirituellen Ansätze nach dem Vorbild aus England, die Grundlage in der Begleitung lebensverkürzt erkrankter Kinder. 1998 eröffnete in Olpe das erste stationäre Kinderhospiz in Deutschland. Im Unterschied zu Erwachsenenhospizen, die ausschließlich in der letzen Lebensphase in Anspruch genommen werden, können Familien mit einem lebensverkürzt erkrankten Kind ein stationäres Kinderhospiz immer wieder (nach ärztlicher Anordnung) aufsuchen. Die Familie wird in dieser Zeit ihren persönlichen Bedürfnissen entsprechend begleitet und unterstützt. Das Ziel der Kinderhospize ist es, der ganzen Familie eine Zeit der Erholung und Regeneration zu ermöglichen. Hochkompetente Kinderkrankenschwestern und Pfleger übernehmen die medizinisch-palliative Pflege der unheilbar erkrankten Kinder. Hierdurch werden die Eltern und Geschwisterkinder entlastet und können neue Kräfte schöpfen. Auch der Kontakt zu anderen betroffenen Familien ist bedeutend. Die Tatsache, nicht alleine zu sein und die eigenen Gefühle und Empfindungen mit anderen Menschen, die sich in ähnlichen Lebenssituationen befinden, teilen zu können hilft und entlastet.
Das Kinderhospiz Sterntaler hat es sich zur Aufgabe gemacht den Familien eines lebensverkürzt erkrankten Kindes eine Zeit der Erholung und Regeneration zu ermöglichen. Besonders wichtig ist uns die Betreuung der Geschwisterkinder, welche mit ihren Sorgen und Problemen und ihrer oft ohnmächtigen Angst um den Bruder oder die Schwester alleine sind. Seit geraumer Zeit bieten wir in regelmäßigen Abständen ganz besondere Momente für die Geschwisterkinder an. Ausgewählte Theaterstücke, Klettern und Märchenstunden unterstützen die Kinder in der Betrachtung der eigenen Geschichte und bieten eine kleine Auszeit. Das Kinderhospiz Sterntaler sieht sich bewusst als Herberge (Hospiz lat. hospitium "Herberge") und möchte den betroffenen Familien möglichst früh und über längere Zeit hinweg Unterstützung anbieten. Mit viel Farbe, Fröhlichkeit, Musik, Spiel und einem intensiven Erleben des Hier und Jetzt möchten wir einen Gegenpol zu dem bevorstehenden Loslassen der unheilbar erkrankten Kinder setzen. Aber auch in der Zeit des Abschiednehmens, finden die Angehörigen im Kinderhospiz Sterntaler Menschen, die sie auf ihrem Weg begleiten.